Kinder sinnvoll fördern

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Impulsvortrag / OpenHouse 20.9.2016

„Wir bauen eine Bienenkiste. Wer an eine Bienenkiste denkt, hat Informationen und Bilder zu Bienen im Kopf – womöglich schmecken wir Honig und erinnern uns an Erlebnisse mit Bienen. Wer eine Bienenkiste bauen möchte, dem genügt diese Vorstellung alleine nicht. Er muss einen Plan entwerfen, langfristige Zielvorstellungen entwickeln, die Elemente für den Bau der Kisten systematisch erfassen, einkaufen oder Holz selbst zuschneiden. Sowohl der Zusammenbau als auch der Innenausbau einer Bienenkiste benötigen ein Verständnis darüber, wie die Teile zusammengehören und welchen Zweck sie erfüllen. Planen ist eine Aufgabe der Vorstellungskraft, benötigt jedoch auch vernünftiges Vorgehen nach altbewährten und üblichen Standards, das Aufrechterhalten des Ziels aber auch die Flexibilität umzudenken oder auch neu zu denken. Damit die Vorstellungen am Ende wirklichkeits- und anwendungstauglich werden, benötigen wir Wissen, Erfahrung, Entscheidungen und Handeln. Im Wechselspiel zwischen anerkanntem, kritischem und kreativen Denken mischen sich Urteile und Bewertungen, Unklarheiten sowie emotionale Empfindungen vor, während und nach dem Bau. Der Bau einer Bienenkiste benötigt somit Problemerkennung, Verstehensprozesse, Problemlösefähigkeit, Anwendbarkeit, Gestaltbarkeit, Kooperation, Flexibilität, Hinterfragen von Vorgängen sowie unterschiedliche Denk- und Kommunikationsprozesse.“* Eine Bienenkiste zu bauen, benötigt viele Facetten und v.a. sinnvolle Förderung unterschiedlicher Wahrnehmungs- und Denkprozesse.

Auf der Suche nach einer sinnvollen Förderung unserer Kinder ist die Erforschung des Selbst unentbehrlich, um den inneren Ort der eigenen Lehr- und Lerngestalt zu erkennen und zu verstehen, um dann diese sowohl selbst gestalten zu können als auch sich in der Folge selbst in einem lebenslangen Prozess zu hinterfragen.

Sinnvolle Förderung fördert die Persönlichkeit, d.h. das vernünftig-soziale ICH, das kritisch-kognitive ICH, das kreative ICH und das sinnorientiert-emotionale ICH und damit die Vernunft, das strategische Handeln, die Gestaltungsräume und die Identität.

Fördern heißt sich dem inhaltsbezogenen, normorientierten Denken anzunehmen und die Notwendigkeit der sozialen Akzeptanz des eigenen Verhaltens und Handelns sowie Verbesserungsmöglichkeiten wahrzunehmen.

Fördern heißt sich dem planvollen und kontextgerechten Handeln zu widmen sowie Zielvorstellungen wie auch Entwicklungen wahrzunehmen.

Fördern heißt intuitiv neues Wissen durch Vorstellung entstehen zu lassen.

Fördern heißt Erfahrungen aus vergleichbaren Situationen zu verbinden, sinnvolle emotionale Handlungsfähigkeit durch emotionale Erfahrung zu generieren, wenn zwischen konkurrierenden Zielen kein quantitativer Vergleich und somit keine rationale Entscheidung möglich ist.

Fördern heißt den vorliegenden emotionalen Bewertungen und emotionalen Etiketten wie auch unseren Motiven, unseren Werte als Ausdruck unserer Identität und unsere grundlegenden Bedürfnisse nachzugehen.

Fördern meint unser Kompetenzerleben als Erfahrung, die Welt zu verstehen, handlungsfähig zu sein, Grenzen zu erkennen und gegebenenfalls zu erweitern, zu gestalten, zu formen und auszuweiten.

Fördern meint ein sinnorientiertes Ich (Ich-im-Hier/Ich-im-Jetzt) als Quelle für das kreative, kritische und inhaltsbezogene Ich zu unterstützen und damit geht das Vermögen einher, auch alte und unpassende Intentionen und unsinnige Werte loszulassen, um ein lernendes, werdendes Ich zu ermöglichen.

Christian Wiesner ist selbstständiger Berater und Lehrbeauftragter sowie  Vortragender im SinnZENTRUM Salzburg.

Wandel: Ein Grund zur Freude!

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Unsere Welt ist stets in Bewegung und mehr denn je fühlen wir uns von den Anforderungen gefordert, überrascht, zunehmend auch überfordert. Der Wandel ist allgegenwärtig. Wenn unser Leben sich verändert, so haben wir gelernt, das haben wir übernommen, dann wird „alles anders“. Nichts ist mehr so, wie es war. Das kann Angst machen, auf den ersten Blick. Doch wohnt nicht – in Hermann Hesses Worten – jedem Anfang ein Zauber inne? Wandel hat viele Seiten. Da sind Beziehungen, die zerbrechen, Unsicherheiten, die unsere Vorstellungskraft überschreiten. Hürden, die unüberwindbar scheinen. Wir können die Herausforderungen, die das Leben an uns stellt, nicht aufhalten. Manchmal umgehen wir sie, versuchen, die Augen davor zu verschließen. Schieben sie beiseite. Weisen ihnen einen Schattenplatz im Unbewussten zu.

Persönliches Wachstum erfahren

Wandel bedeutet für mich auch eine Chance, ja gar eine Aufforderung zum Wachstum. Eine Möglichkeit, sich neu zu entwickeln, sich und andere aus einem unbekannten Blickwinkel zu betrachten. Das Leben hält viel für uns bereit. Wir dürfen es wagen, Neues für uns zu entdecken. Können Sinn-erfüllende Aufgaben im Alltag finden. Wieder Zeit für uns selbst und mit uns selbst genießen. Das Leben aus einem neuen Blickwinkel betrachten. Über die neu gewonnene Lebensfreude staunen.

Herausforderungen annehmen

Ungewissheit und Zweifel säumen diesen Weg ebenso wie Mut und Vertrauen. Da es gemeinsam leichter geht als alleine, verstehen wir uns im Sinnzentrum als Wegbegleiter. Gemeinsam machen wir uns auf die Suche nach der Vielfalt, die uns der Wandel bietet. Was braucht es zur gelungen Entwicklung? Und wo finde ich das Gesuchte? Wem es gelingt, Herausforderungen als Grund zur Freude anzunehmen, geht den ersten Schritt in ein neues Leben.

Christoph Schlick, Gründer & Leiter des SinnZENTRUMS Salzburg.