Wünsche, Bedürfnisse und Anschauungen von anderen sollten wir ernst nehmen. Vor allem auch die unserer Kinder. Oftmals vergessen wir vor lauter richtig machen wollen, unser Kind wirklich wahrzunehmen. Und verletzen dann, ohne es bewusst zu merken, die Integrität des Kindes. „Kinder müssen mit Erwachsenen sehr viel Nachsicht haben!“ sagt Antoine de Saint-Exupery. Und damit hat er wohl recht!

Ein Ehepaar sitzt mit seiner siebenjährigen Tochter in einem Restaurant. Die Kellnerin nimmt zuerst die Bestellung der Erwachsenen auf und wendet sich dann dem kleinen Mädchen zu.

„Was möchtest du essen?“ fragt sie. Das kleine Mädchen schaut schüchtern zu seinen Eltern und antwortet dann: „Würstel mit Pommes.“ Darauf sagt ihre Mutter: „Nein, keine Würstel mit Pommes, sie wird ein Hühnchen nehmen.“ „Mit Kartoffeln und Gemüse“, fügt der Vater hinzu.

Die Kellnerin wendet ihren Blick nicht von dem kleinen Mädchen ab und fragt weiter: „Möchtest du Ketchup oder Senf zu deinen Würsteln?“ „Senf “, antwortet das Mädchen. „In Ordnung, danke“, sagt die Kellnerin und eilt in Richtung Küche.

Die Familie sitzt in erstarrtem Schweigen. Schließlich schaut das kleine Mädchen seine Eltern an und sagt: „Wißt ihr was? Sie glaubt, dass ich wer bin!“

 

In dieser Alltagsgeschichte berühren mich vor allem zwei Wert-Aspekte: der Wert der Gesundheit und der Wert der Integrität und Würde des Kindes.

 

Für diese Eltern stellt die Gesundheit ihrer Tochter einen hohen Stellenwert dar. Doch ist es immer wieder wichtig, sich zu fragen, ob die Art und Weise, wie wir für unsere Werte einstehen, auch in achtsamer und respektvoller Weise geschehen? Ob wir unsere dogmatische Einstellung nicht manchmal etwas verändern können oder sollen? Und ob es nicht ab und zu doch besser ist, einen vertrauten oder wichtigen Wert zugunsten eines anderen, höhergestellten Wertes aufzugeben.

Oftmals vergessen wir vor lauter richtig machen wollen, unser Kind wirklich wahrzunehmen. Und verletzen dann, ohne es bewusst zu merken, die Integrität des Kindes. „Kinder müssen mit Erwachsenen sehr viel Nachsicht haben!“ sagt Antoine de Saint-Exupery. Und damit hat er wohl recht!

 

Der höchste Wert sollte es immer sein, die Integrität und persönliche Würde des anderen zu wahren. Die Wünsche, Bedürfnisse und Anschauungen des anderen wahr und ernst zu nehmen, egal welchen Alters oder Geschlechts.

Dies heißt nicht, derselben Meinung sein zu müssen und es heißt auch nicht, alle Wünsche meines Kindes befriedigen zu müssen (außer die Grundbedürfnisse von Babys). Kinder wollen gesehen, gehört, angenommen werden, so wie sie sind. Im Übrigen trifft das für uns Erwachsene ebenso zu.

Mensch-sein nährt sich von Gleichwürdigkeit, Achtsamkeit, Wahrnehmung, Zuhören, Verständnis und Mitgefühl für das jeweilige Bedürfnis, sowie dem Vertrauen und dem Glauben in Fähigkeiten. Daraus entwickeln sich Selbstbewusstsein, Selbstmitgefühl, Selbstvertrauen und Selbstachtung.

 

Starre Regeln und Prinzipien funktionieren nicht lange. Sie funktionieren nur, solange sich Kinder ihnen unterwerfen. Eine andere Reaktion der Tochter hätte eine rebellische, trotzige, ablehnende „Ich will essen, was ich will“-Haltung sein können. Eine Auflehnung zum Schutz der eigenen Würde.

 

Erziehung, oder besser, in Beziehung treten ist ein lebenslanges Experiment, in dem „Fehler“ sein dürfen. Jedoch ist es wichtig, seine persönlichen Wertvorstellungen immer wieder zu hinterfragen, den Sinn, wofür ich das mache, zu erkennen.

 

 

Wichtige Fragen zu diesem Thema, die auch in meinem Seminar Wertorientiertes Kinder- und Jugendtraining bearbeitet werden, sind:

 

- Welche Werte sind mir wichtig und was möchte ich meinem Kind fürs Leben mitgeben?

- Darf ich auch einmal von meinen Grundwerten abschweifen?

- Gibt es Werte, die wichtiger sind als andere?

- Wie wird Gleichwürdigkeit in meiner Familie gelebt?

- Wie ist die Stimmung und Haltung in meiner Familie? 

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