...in unserer stressgeplagten Gesellschaft gewinnt dieses Wort immer mehr an Bedeutung. Das Angebot an Büchern und Kursen, die dabei helfen sollen, aus der Leistungssprirale auszusteigen, ist unüberschaubar groß.

Dennoch trifft man wirklich gelassene Menschen immer seltener. Selbst im Urlaub wird jeder Tag mit Aktivitäten verplant. So, als wäre die Stille, das Innehalten, das Mit-sich-sein, eine Bedrohung.Wenn uns das Loslassen wirklich ein Herzensanliegen ist und wir nicht nur nach einer einfachen Entspannungsübung suchen, kommen wir aber nicht drum herum, uns in die Stille zu begeben. Auch wenn in dieser Stille oft Fragen auf uns warten, die uns an unsere Grenzen bringen – wie zum Beispiel die Frage „Wer bin ich?“ oder „Was könnte der Sinn meines Lebens sein?“

 

Es ist gut, dass sich diese Fragen nicht so einfach beantworten lassen, dass wir dabei auch unsere Begrenztheit erfahren und erkennen, dass nicht alles im Leben ergründbar und planbar ist, dass sich vieles unserer Kontrolle entzieht. Wer auf diese Erkenntnis nicht mit Angst sondern mit Urvertrauen reagiert – also an einen Sinn glaubt, der hinter allem steht – auch hinter den großen Fragezeichen des Lebens, der wird sich auch auf die unvorhergesehenen Wendungen des Lebens einlassen können.

 

Loslassen, das heißt für mich vor allem auch annehmen können was kommt – nicht krampfhaft festhalten an einer ursprünglichen Idee oder einer ganz bestimmten Vorstellung – sowohl im Großen, wie auch im Kleinen dem Leben seine Eigendynamik und Schicksalshaftigkeit lassen und auch dem Zufall Raum geben.

 

„Schön und gut...“ wird mancher sagen, der das liest „...und woher bekomme ich dieses Urvertrauen?“ Ich gebe zu, es ist nicht einfach. Es fällt mir dazu immer wieder der Vergleich mit dem Klettern ein. Wer eine 100 Meter hohe Wand durchsteigt und keinen Griff mehr im Fels findet, muss sich ins Seil fallen lassen. Das mag beim Anblick der Tiefe einiges an Überwindung kosten. Wer aber einmal die Erfahrung gemacht hat, verliert die Angst davor und gewinnt Vertrauen in den Freund, der ihn sichert. Auch das Klettern wird danach leichter und spielerischer, weil man weiß, dass nicht alles vom eigenen Können abhängt.

 

Ich denke, dass wir auf unserer Tour durchs Leben – die uns auch oft durch unerwartet steile Wände führt – die Gewissheit haben dürfen, dass wir gut gesichert sind und nicht alles von uns abhängt. Den Mut zum Loslassen müssen wir aber selber aufbringen.

 

Robert Stickler ist Sozial- und Lebensberater im SinnZENTRUM Salzburg, Kunstpädagoge und Veranstalter von Männergesprächsrunden.  

 

 

Foto Credit: www.flickr.com/photos/redcloudphotography

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